Ohrenbetäubend: Das sind die lautesten Geräusche der Welt

Vor knapp 200 Jahren brach auf der indonesischen Insel Sumbawa der Vulkan Tambora mit ohrenbetäubendem Lärm aus. Der bei diesem Ausbruch gemessene Dezibelwert über 320 dB gilt seither als das lauteste jemals gemessene Geräusch. Jedoch erzeugen nicht nur Vulkanausbrüche gewaltigen Lärm, sondern auch im Alltag oder in der Tierwelt lassen sich faszinierende Entdeckungen im Bereich des Lärms machen.

Der Lärm des Alltags

Lärm umgibt uns laufend. Jeden Tag werden wir damit konfrontiert, ob im Strassenverkehr oder durch die Musik über unsere Kopfhörern. Dennoch ist nicht jedes laute Geräusch gleich laut. Die Kraft, die zum Beispiel der ausbrechende Tambora im Jahr 1815 verursachte, entspricht bei einer geschätzten Lautstärke von 320 dB der einer 14.000-Megatonnen-Bombe. Der Krater, den die Explosion zurückliess, war zwischen 600 und 700 Metern tief und hatte einen Durchmesser von 6-7 Kilometern. Spannend daran: Bereits ab einer Laustärke von 198 dB ist Lärm für den Menschen tödlich, bereits ab 85 dB kann es zu irreparablen Schädigungen kommen. Gemessen an der Anzahl der Dezibel an zweiter Stelle liegt das sogenannte Tunguska-Ereignis, bei dem 1908 in Sibirien eine Lautstärke von 310 Dezibel gemessen wurden. Bis heute ist nicht restlos geklärt, worum es sich bei diesem Knall handelt. Augenzeugen berichten von bis zu vierzehn Explosionen, weitere Überlieferungen sprechen von vulkanischen Eruptionen. Wissenschaftliche Theorien gehen von einem Eintritt eines Asteroiden in die Erdatmosphäre aus, der erhebliche Schäden im Bereich von 2000 km2 verursacht und bis zu 65 Millionen Bäume entwurzelt hat.

Der Lärm des Alltags

Extreme, das Gehör gefährdende Lautstärke erleben wir jedoch nicht nur bei Vulkanausbrüchen oder Raketenstarts. Auch ein durchschnittliches Rockkonzert erreicht bereits Werte von 145 Dezibel. Die alljährlichen Feuerwerke zu Silvester sollte man mit Rücksicht auf das Gehör ebenfalls nicht unterschätzen. Lautstärken von bis zu 150 Dezibel werden hier gemessen. Der lauteste Schrei, den je ein Mensch von sich gegeben hat, wird mit 128 Dezibel beziffert. Kleinkinder und Babys stehen dem um nichts nach: Knapp 110 Dezibel erreicht ein weinendes Baby. Aber auch ungewöhnliche Situationen können für das Gehör gefährlich werden: das lauteste je gemessene Schnarchen lag zum Beispiel bei einem Wert von 87 dB.

Lautes aus der Tierwelt

Auch in der Tierwelt lässt sich Überraschendes herausfinden. Das grösste auf der Welt lebende Tier, der Blauwal, ist gleichzeitig auch eines der lautesten. Die Geräusche, die er unter Wasser von sich gibt, erreichen Spitzenwerte von bis zu 188 Dezibel. Dieses sogenannte "Klickern" nutzt der Blauwal, um seine Umgebung mittels Echolotung zu erkunden. Damit liegt er knapp über dem Lärm, den ein Flugzeug beim Start von sich gibt (182 dB). Der Blauwal wird im Bereich der Lautstärke jedoch noch von einem viel kleineren Tier übertroffen: Dem sogenannten Knallkrebs oder Pistolenkrebs. Rechnet man die Laute, die dieses Tier von sich gibt, auf einen Menschen hoch, würden hier 200 Dezibel erreicht werden. Diese "lautstarke" Waffe nützt der Knallkrebs, um eine Warnung auszusprechen, zum Beutefang, im Kampf, oder um innerartlich zu kommunizieren. Reale Pistolenschüssen kommen hingegen "nur" auf den Wert von bis zu 155 Dezibel.

Infografik "Die lautesten Geräusche der Welt"