15F6 Fachwort-Register | Hörberatung.at

Begriffserklärung rund um Hörgeräte

HNO-Verzeichnis

 

Fachwort-Register mit Begriffen rund ums Hören

 

A B C D E F H I K M O P R T W

A

Akustik

Lehre und Wissenschaft vom Schall und seiner Wahrnehmung.

Audiogramm

Darstellung spezifischer Kenngrössen zur Beschreibung der Hörfähigkeit.

Audiometer

Geräte zur Bestimmung der Hörfähigkeit, z.B. der Hörschwelle und der Sprachverständlichkeit unter Verwendung von Tönen, Rauschen oder Sprache.

Audiologie

Wissenschaft, die sich mit allen Aspekten des Hörens befasst. Dazu gehört auch die Diagnostik, Behandlung und Prävention von Schwerhörigkeit.

Automatische Situationserkennung

Fähigkeit des Hörgeräts, unterschiedliche Hörsituationen zu erkennen (z.B. Windgeräusche oder Stimmengewirr in einem Restaurant) und selbständig die richtige Einstellung vorzunehmen.

Automatische Telefonerkennung

Das Hörgerät erkennt automatisch wenn ein Telefonhörer ans Ohr gehalten wird und optimiert die Einstellungen des Hörgerätes zum Telefonieren. Die Übertragung vom Telefon zum Hörgerät erfolgt akustisch oder induktiv. Moderne Hörsysteme ermöglichen zusammen mit entsprechenden Telefonen eine drahtlose Übertragung des Telefonsignals in beide Ohren.

B

Binaurale Synchronisation

Fähigkeit eines Hörgeräts, verschiedene Automatikfunktionen, z.B. Lärmunterdrückung, in zwei Geräten gleichzeitig zu aktivieren. Dadurch wird sichergestellt, dass rechtes und linkes Hörgerät sich untereinander abstimmen und einheitlich reagieren. Dies schafft einen harmonischeren und komfortableren Höreindruck.

Binaurale Direktionalität

Arbeitet nach dem Prinzip der „Direktionalität“; nutzt den drahtlosen Austausch echter Audiodaten zwischen den Hörgeräten einer „binauralen Versorgung“. Dadurch entsteht ein stärkerer Richt-Effekt um sich noch besser auf einen Gesprächspartner fokussieren zu können.

Binaurale Versorgung

Versorgung mit zwei Hörgeräten, für jedes Ohr eins.

Bluetooth

Drahtlose Technologie, insbesondere in Verbindung können, zu tieferen Frequenzen absenkt und somit wieder hörbar macht.

C

CIC («Complete-In-Canal»)

Hörgerät, das «vollständig im Gehörgang» platziert wird.

D

Dezibel (dB)

Einheit für die Lautstärke eines akustischen Signals.

Digitale Hörtechnik

Die meisten Hörgeräte arbeiten heute digital. Das Prinzip: Die vom Mikrophon registrierten Geräusche werden in ein vom Computer verarbeitbares Signal umgewandelt (analog in digital). Der Rechner kann das Signal nun verstärken, Störgeräusche herausfiltern und so weiter. Anschliessend werden die Computerdaten wieder in ein akustisches Signal umgewandelt und ans Ohr weitergeleitet.

Direktionalität

Ermöglicht selbst in anspruchsvollen Hörsituationen ein deutlich besseres Verstehen und eine mühelose Kommunikation. Der Trick: Richtmikrophon-Charakteristik nach vorn, um optimal auf eine einzelne Stimme in der Menge zu fokussieren.

Diskriminationsverlust

Gibt an, um wie viel Prozent die Verständlichkeit der Sprache bei einem Schwerhörigen schlechter ist als bei einem Normalhörenden. Basis: ein Test mit 20 einsilbigen Worten.

E

Ex-Hörer-Hörgerät (RIC, Receiver in Canal)

Wie HdO, jedoch mit ausgelagertem Schallwandler. Siehe Die verschiedenen Arten von Hörgeräten

F

FM-System

Zubehör zum Hörgerät, bestehend aus einem vom Sprecher getragenen (oder an Audioquelle angeschlossenen) Funkmikrophon (Sender), das drahtlos Signale per Frequenzmodulation (FM) an den Empfänger beim Hörgeräteträger sendet. Zweck: Verbesserung der Kommunikation in schwierigen Hörsituationen.

Frequenzbeeinflussende Bohrung

Diese Bohrung verläuft parallel zum Schallschlauch im Ohrpassstück und verringert die Wahrnehmung tiefer Töne. Auf diese Weise wird der sog. Verschlusseffekt vermindert/ausgeschlossen, die überlaute, dumpfe Wahrnehmung der eigenen Stimme.

Frequenzbereich

Übertragungsbandbreite eines Hörgeräts; reicht bei guten Geräten von ca. 199 Hz bis 7‘000 Hz. Im Vergleich zur Sprache liegt der Frequenzbereich (Tonhöhenbereich) im Bereich um die 500 Hz – 2‘000 Hz.

Frequenzabsenkung

Digitale Funktion, welche hohe Töne, die vom Hörgerätträger gar nicht mehr wahrgenommen werden.

H

HdO

Hinter-dem-Ohr-Hörgerät
Siehe Die verschiedenen Arten von Hörgeräten

Hörer

Wirkt in einem Hörgerät wie ein kleiner Lautsprecher. Der Hörer gibt das Tonsignal vom Hörgerät an das Ohr weiter.

Hörfeld

Dynamischer Hörbereich von der Hörbarkeitsschwelle (leise) bis zur Unbehaglichkeitsschwelle (sehr laut) über den gesamten Frequenzbereich.

Hörschwelle

Derjenige Schalldruck (Geräuschpegel), bei dem das menschliche Gehör Töne oder Geräusche gerade noch wahrnimmt. Die Hörschwelle ist abhängig von der Frequenz (Tonhöhe) sowie vom Alter und Gesundheitszustand. Mit zunehmendem Alter steigt in der Regel die Hörschwelle vor allem bei höheren Frequenzen an.

I

IIC («Invisible-In-Canal»)

Hörgerät, das unsichtbar im Gehörgang platziert wird.
Siehe Die verschiedenen Arten von Hörgeräten

IO oder IdO

Im-Ohr- bzw. In-dem-Ohr-Hörgeräte
Siehe Die verschiedenen Arten von Hörgeräten

K

Kugelmikrophon

Ein Mikrophon, das Signale von allen Seiten gleich laut aufnimmt. Gegenteil: Richtmikrophon.

M

Monaurale Versorgung

Versorgung lediglich eines Ohres mit einem Hörgerät.

O

Ohrabdruck, Ohrabformung

Abdruck vom äusseren Ohr zur passgenauen Anfertigung eines Ohrpassstückes oder des Gehäuses eines Im-Ohr-Hörgerätes. mit modernen Multimediageräten (z.B. Smartphones, Tablet-Computer). Ermöglicht drahtloses Musikhören, aber auch Telefonieren in bester Qualität auf beiden Ohren. Die Hörgeräte fungieren dank Bluetooth als qualitativ hochstehende Kopfhörer.

Ohrpassstück (auch: Otoplastik)

Anhand eines Ohrabdrucks massgefertigter Kunststoff-Einsatz zur Verbindung eines HdO Geräts mit dem Gehörgang.

Otoskop

Lupenartiges Gerät mit eigener Lichtquelle, zur visuellen Untersuchung des Gehörgangs und des Trommelfells.

P

Pinna-Effekt

Die Pinna (deutsch: Ohrmuschel) spielt bei der Schallortung eine wichtige Rolle. Bei Hinter-dem-Ohr-Hörgeräten (HdO) funktioniert dies jedoch nicht, weil sich die Mikrophone ausserhalb der Hörmuschel befinden. Moderne Hörsysteme sind in der Lage, dieses Defizit auf technischem Wege zu kompensieren.

R

Richtmikrophon

Ein Mikrophon, das auf Schall aus einer Richtung (i.d. Regel von vorne) empfindlicher reagiert als aus einer anderen Richtung. Gegenteil: Kugelmikrophon. Siehe auch: binaurale Direktionalität.

Rückkopplung (akustische)

Lauter Pfeifton der entsteht, wenn bei einem Hörgerät verstärkter Schall aus dem Hörer (Lautsprecher) das Mikrophon erreicht und erneut verstärkt wird.

T

Tinnitus

Aus dem lateinischen «Klingeln in den Ohren», steht Tinnitus für das Wahrnehmen von Ohrgeräuschen, die keine äussere Ursache haben. Ein Tinnitus manifestiert sich bei den Betroffenen meist als mehr oder weniger lautes Pfeifen, Rauschen oder Klingeln in einem oder in beiden Ohren. Das Geräusch kann monoton sein aber auch in Klang, Tonhöhe und Intensität variieren. Nicht selten ist ein Tinnitus die Begleiterscheinung einer Hörminderung. Ein Tinnitus ist in der Regel nur schwer heilbar.

Tinnitus-Masker

Technisches System gegen Ohrgeräusche. Ähnlich aufgebaut wie ein Hörgerät, besitzt jedoch anstatt eines Mikrophons einen Rauschgenerator. Prinzip: Das ins Ohr gegebene Rauschsignal wird vom Gehirn als unwichtig eingestuft und ausgeblendet – gleichzeitig wird oft auch der Tinnitus leiser.

W

Windblock

Mitunter können sich Windstösse bei einem Hörgerät anhören, als würde einem jemand heftig ins Ohr pusten. Je nach Situation kann das sehr irritierend sein. Spezielle Systeme, zum Beispiel «WindBlock Management», eliminieren diesen Effekt.

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