Was tun bei einem Hörsturz?

Ein Hörsturz ist eine plötzlich auftretende, meist einseitige Schallempfindungsstörung ohne erkennbaren Anlass. Sie kann von leichten Formen bis zur völligen Gehörlosigkeit reichen. Ursache ist eine Funktionsstörung des Innenohrs, die gehäuft um das 50. Lebensjahr auftritt. Allerdings sind zunehmend auch junge Menschen von der plötzlichen Hörminderung betroffen. Eine Folge von wachsendem Alltagsstress? Dies ist nur eine von vielen Theorien.

Es kommt wie ein Blitz aus heiterem Himmel: ein Gefühl, als hätte man Watte im Ohr, häufig verbunden mit Ohrgeräuschen (Tinnitus) und manchmal begleitet von Schwindel. Hörsturz-Patienten können auf dem betroffenen Ohr (in seltenen Fällen auch auf beiden Ohren) nur noch schlecht bis überhaupt nicht mehr hören. Das dumpfe, pelzige Gefühl ist unangenehm und beunruhigend.

Symptome des Hörsturzes

Als Notfall gilt ein Hörsturz allerdings nicht, denn in etwa der Hälfte der Fälle bilden sich die Symptome innerhalb von 24 Stunden von selbst zurück (Spontanheilung). Dauern sie jedoch an, wird ein Besuch beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) dringend empfohlen, damit er ausschliessen kann, dass sich eine Entzündung oder eine Erkrankung hinter dem Phänomen verbirgt.

Was sind die Ursachen eines Hörsturzes?

Wie es zu einem Hörsturz kommt, konnte bis heute nicht genau geklärt werden. Laut der gängigsten Theorie verursacht ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren eine Durchblutungsstörung im Innenohr. Als Folge werden die sensiblen Haarzellen nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt und kollabieren. Der Hörsturz wird deshalb häufig auch als Ohrinfarkt bezeichnet.

Was sind die Auslöser?

Soweit bekannt, gibt es keinen singulären, erkennbaren Auslöser. Doch steht eine Reihe von Faktoren im Verdacht, einen Hörsturz zu begünstigen. Dazu gehören:

  • Morbus Menière (eine Erkrankung des Innenohrs, die sich u. a. in Drehschwindel äussert)
  • Virusinfektionen
  • Diabetes
  • Arteriosklerose
  • Bluthochdruck
  • Erhöhter Cholesterinspiegel
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Nikotingenuss

Wie können Sie einem Hörsturz vorbeugen?

Da die Ursachen und Auslöser unklar sind, gibt es keine eindeutigen Empfehlungen zur Vorbeugung eines Hörsturzes. Dennoch gilt: Wer Lärm ausgesetzt ist, sollte auf jeden Fall einen Hörschutz tragen. Ansonsten stehen ähnliche Empfehlungen wie zur Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Vordergrund:

  • Vermeidung von hohem Blutdruck und schlechten Blutfettwerten
  • ausreichend Bewegung
  • gesunde Ernährung
  • Vermeidung von Dauerstress

Das sollten Sie wissen
Wenn die Hörminderung länger anhält, sollten Sie bei einem Hörgeräteakustiker einen Hörtest machen. Hier geht’s zum Hörtest

Was kann man bei einem Hörsturz tun?

Zur Behandlung eines Hörsturzes kann der Arzt durchblutungsfördernde und entzündungshemmende Medikamente einsetzen. Allerdings ist die Wirksamkeit dieser Mittel nicht eindeutig bewiesen. Da Stress und seelische Belastungen erfahrungsgemäss begünstigende Faktoren sind, raten viele Experten dazu, gezielt für Entspannung zu sorgen. Wenn sich ein Hörsturz dennoch zu einer dauerhaften Schwerhörigkeit entwickelt, ist die Versorgung mit einer geeigneten Hörhilfe dringend zu empfehlen.

Dies gilt besonders, wenn zur Hörminderung ein Tinnitus (Ohrensausen) hinzukommt, was häufig der Fall ist. Hier kann der Hörgeräteakustiker ein kombiniertes Hörgerät anpassen, das nicht nur den Hörverlust kompensiert, sondern auch über ein spezielles Tinnitusprogramm (einen sog. »Noiser«) verfügt.