15F6 Hörsturz, Ohreninfarkt, einseitiger Hörverlust | Hörberatung.at

Was tun bei Hörsturz?

Ein Hörsturz ist eine Funktionsstörung des Innenohrs, die meist rund um das 50. Lebensjahr auftritt. Doch gibt es immer mehr Jüngere, die von der plötzlichen Hörminderung betroffen sind. Warum? Ist der wachsende Alltagsstress daran schuld? Das ist nur eine von vielen Theorien.  

Es kommt meist ganz plötzlich und ohne erkennbaren Grund: Ein Gefühl, als hätte man Watte im Ohr. Betroffene können dann auf einer Seite – selten auch auf beiden – schlecht bis überhaupt nicht mehr hören. Manchmal ist der Hörsturz mit Schwindel verbunden, sehr häufig mit Ohrgeräuschen (Tinnitus). Das mitunter pelzige und dumpfe Gefühl ist unangenehm, für viele auch beunruhigend.

Symptome des Hörsturzes

Ein Notfall ist der Hörsturz trotzdem nicht. Denn etwa bei der Hälfte aller Fälle bilden sich die Symptome innerhalb von 24 Stunden von selbst zurück. Ist das nicht der Fall, sollten Sie einen HNO-Arzt (Hals-Nasen-Ohren-Arzt) aufsuchen, der ausschliessen kann, dass sich eine Entzündung oder Erkrankung dahinter verbirgt.

Was sind die Ursachen eines Hörsturzes?

Was bei einem Hörsturz genau passiert, konnte bis heute nicht genau geklärt werden. Eine recht verbreitete Theorie besagt, dass eine Durchblutungsstörung im Innenohr die plötzliche Hörminderung verursacht. Das erklärt auch den Begriff Ohreninfarkt, wie der Hörsturz ebenfalls genannt wird. Durch die mangelnde Durchblutung werden die sensiblen Haarzellen im Innenohr nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und erfüllen ihre Funktion nicht mehr. In der Folge ist die Weiterleitung des Schalls vom Ohr zum Gehirn nicht mehr gegeben.

Was sind die Auslöser?

Meist gibt es keinen einzigen erkennbaren Auslöser. Doch steht eine Reihe von Faktoren im Verdacht, einen Hörsturz zu begünstigen. Dazu gehören:

  • Morbus Menière (eine Erkrankung des Innenohrs, die sich u. a. in Drehschwindel äussert)
  • Virusinfektionen
  • Diabetes
  • Arteriosklerose
  • Bluthochdruck
  • Erhöhter Cholesterinspiegel
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Nikotingenuss

Wie können Sie einem Hörsturz vorbeugen?

Da die Ursachen und Auslöser von Hörsturz unklar sind, gibt es keine eindeutigen Empfehlungen zur Vorbeugung. Wer Lärm ausgesetzt ist, sollte auf jeden Fall einen Hörschutz tragen. Ansonsten gelten ähnliche Regeln wie zur Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Möglichst wenig Stress, gesunde Ernährung, um zum Beispiel hohe Blutfettwerte zu vermeiden, und viel Bewegung.

Das sollten Sie wissen
Wenn die Hörminderung länger anhält, sollten Sie bei einem Hörgeräteakustiker einen Hörtest machen. Hier geht’s zum Hörtest

Was kann man bei Hörsturz tun? Welche Behandlung beim HNO-Arzt?

Zur Behandlung des Hörsturzes können verschiedene durchblutungsfördernde und entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden, wobei die Wirksamkeit dieser Mittel nicht wissenschaftlich bewiesen ist. Da Stress und seelische Belastungssituationen begünstigende Faktoren sind, raten viele Ärzte dazu, für mehr Entspannung zu sorgen. Wenn sich der Hörsturz allerdings zu einer dauerhaften Schwerhörigkeit entwickelt, sollten Patienten mit einem Hörgerät versorgt werden.

Besonders wenn ein Tinnitus (Ohrensausen) hinzukommt, was häufig der Fall ist, kann ein Hörgeräteakustiker ein spezielles Kombinationsgerät anpassen, das nicht nur den Hörverlust ausgleicht, sondern auch über ein Tinnitusprogramm (Noiser) verfügt.

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