15F6 Nützliches Wissen rund ums Hören | Hörberatung.at

Nützliches Wissen rund ums Hören

Hätten Sie gewusst, dass nicht die Rentner die Bevölkerungsgruppe mit den meisten Hörverlust-Betroffenen sind, sondern die Babyboomer-Generation?

Erfahren Sie ausserdem, was es mit verschiedenen Hörsituationen auf sich hat und warum wir mit zwei Ohren entscheidend besser hören als mit nur einem.

Nützliches Wissen rund ums Hören

      

Tatsache Nr. 1: Hörverlust betrifft nicht nur die Senioren!

Da sich Hörverlust mit zunehmendem Alter verschlimmert, würde man normalerweise davon ausgehen, dass sich der grösste Teil der Hörverlust-Betroffenen im Rentenalter befindet. Bis vor wenigen Jahren traf diese Annahme auch zu. Doch inzwischen stellen nicht mehr die Ältesten die grösste Zahl von Menschen mit Hörverlust, sondern die noch aktive Babyboomer-Generation (geboren in den geburtenstarken 50er und 60er Jahren). Konkretes Beispiel: In den USA stehen 10 Millionen Babyboomern mit leichtem bis schwerem Hörverlust nur 9 Millionen Menschen über 65 Jahren mit Hörminderungen gegenüber.

Experten sind sich einig, dass diese Entwicklung das Ergebnis einer stetig zunehmenden Dauerbelastung durch Lärm ist, basierend auf Lebensstil und Umfeld. So haben die Babyboomer schon seit ihrer Jugend regelmässig laute Musik konsumiert: in Discos, bei Rock-Konzerten und zuhause. Zudem waren sie auch in ihrem sonstigen täglichen Leben mit einer zunehmenden Lärmbelastung konfrontiert, beispielsweise durch Verkehrslärm.

Alarmierend: Dieser Trend setzt sich bei den Kindern der Babyboom-Generation fort – in verschärfter Form. Die Hauptgründe: Immer mehr Umweltlärm und regelmässiger zu lauter Musikgenuss, vor allem über Kopfhörer.

Tatsache Nr. 2: Jede Hörsituation ist anders!

Auch wenn es einem normalerweise gar nicht auffällt: An jedem gewöhnlichen Tag durchlaufen wir eine Reihe unterschiedlichster Hörsituationen! Im Freien sind es meist Windgeräusche und Verkehrslärm. Doch auch im Inneren von Gebäuden geht es selten still zu, sobald mehrere Menschen beisammen sind – man denke nur an den permanenten Geräuschpegel in einem Grossraumbüro. Das Problem: Je dichter der »Klangteppich«, desto mühsamer wird das Hören und vor allem das Sprachverstehen – insbesondere bei einer Hörminderung.

Denn entgegen der volkstümlichen Meinung macht ein Hörverlust nicht einfach alles leiser, sondern führt zu einem »Verschwimmen« der Geräusche. Vergleichbar mit einem Brei aus Klängen, der umso schwerer zu entwirren ist, je mehr Zutaten (Umgebungsgeräusche) er enthält.
Zudem sind es ausgerechnet einige der wichtigsten Konsonanten, die bei einer Hörminderung als erste nach und nach aus dem Gehörten verschwinden: P, K, F, H oder auch alle T-, Sch- und S-Laute. Dies wirkt sich unmittelbar auf das Sprachverständnis aus.

Hörtest-Audiogram

 

Die Bedeutung der »Sprachbanane«

Unsere Sprache besteht aus Vokalen und Konsonanten in verschiedenen Lautstärken und Frequenzbereichen (siehe Grafik oberhalb). Diese werden in Form der sogenannten »Sprachbanane« im Audiogramm eingezeichnet. So kann leicht festgestellt werden, ob noch das ganze Spektrum der Sprache hörbar ist und wie sich das Gehör im Laufe der Zeit verändert.

Tatsache Nr. 3: Zwei Ohren hören besser als eins

Aspekt Nr. 1: Richtungshören. Nehmen unsere Ohren ein Geräusch wahr, so wissen wir meist sofort, aus welcher Richtung es kommt. Dies klappt nur, weil die Schallwellen das eine Ohr um einen winzigen Sekundenbruchteil früher erreichen als das andere. Das Hörzentrum in unserem Gehirn berechnet daraus die Richtung. Diese Fähigkeit des räumlichen Hörens – Fachleute nennen sie binaurales Hören – ist ein wichtiger Sicherheitsfaktor, denn sie warnt uns beispielsweise, wenn sich uns beim Überqueren der Straße ein Auto oder eine Straßenbahn nähert.

Aspekt Nr. 2: Klangqualität. Beim Hören mit zwei Ohren ist die Klangqualität deutlich besser. Sprache, die mit nur einem Ohr gehört wird, klingt auch bei Menschen ohne Hörminderung flacher und farbloser.

Aus diesen Gründen werden heute bei beidseitiger Hörminderung in der Regel auch an beiden Ohren Hörsysteme angepasst.

Wie funktioniert das gesunde Gehör?

Aussenohr

Das Aussenohr nimmt den eingehenden Schall trichterartig auf und leitet ihn an das Mittelohr weiter.

Mittelohr

Das Mittelohr verstärkt den eingehenden Schall (im Idealfall um 50dB) und leitet ihn an das Innenohr weiter.

Innenohr

Das Innenohr wandelt den Schall in elektrische Impulse um und leitet diese an das Gehirn weiter.
Das Gehirn (Hörrinde) verarbeitet die elektrischen Impulse und sorgt für Hören und Verstehen.

So funktioniert das gesunde Gehör: Aussenohr, Mittelohr und Innenohr

 

 

0