Wer schlecht hört, baut schneller ab

Wer im Alter schlecht hört, hat ein erhöhtes Risiko, an Demenz zu erkranken. Studien zeigen, dass ein unbehandelter Hörverlust insbesondere bei älteren Menschen negative Auswirkungen auf das Gehirn haben kann. Der Mangel an akustischen Reizen beschleunigt den geistigen Abbau und erhöht damit das Demenz-Risiko um ein Vielfaches.

Hörgeräte helfen, das Demenz-Risiko zu minimieren

 

Rechtzeitig gegensteuern lohnt sich

Ist das Gehör beeinträchtigt, haben Betroffene meist erhebliche Schwierigkeiten bei der Kommunikation. Das dauernde Nachfragen und die sich ständig wiederholenden Missverständnisse sind ihnen peinlich, was häufig dazu führt, dass sie sich aus dem sozialen Leben zurückziehen. Das macht nicht nur einsam, sondern ist auch äusserst schlecht für das Gehirn, weil es dadurch immer weniger Impulse bekommt. So zeigt eine Studie, dass ein unbehandelter Hörverlust insbesondere bei älteren Menschen den geistigen Abbau gegenüber Normalhörenden um bis zu 41 Prozent beschleunigt.1 Man geht sogar davon aus, dass dadurch das Demenz-Risiko um das Fünffache erhöht ist.2 Der Grund: Weil das Gehirn immer weniger akustische Eindrücke zu verarbeiten hat, baut es Nervenverbindungen ab und verlernt zunehmend, Worte und Töne zu entschlüsseln.

Experten sind sich daher einig: Es ist wichtig, frühzeitig aktiv zu werden und gegenzusteuern. Denn mit jedem Dezibel Hörverlust steigt das Demenz-Risiko proportional an. Wird hingegen eine Schwerhörigkeit mit Hörgeräten ausgeglichen, bekommt das Gehirn wieder zu tun und bleibt aktiv. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine Langzeitstudie, in der Forscher ältere Menschen über 25 Jahre hinweg begleitet haben.3 Während Studienteilnehmer mit unversorgtem Hörverlust geistig deutlich schneller abbauten als Normalhörende, wiesen Hörgeräteträger nahezu dieselben intellektuellen Fähigkeiten auf wie die Vergleichsgruppe. Hörgeräteträger sind sozial aktiver und bieten ihrem Gehirn so mehr Eindrücke. Das fördert nicht nur das allgemeine Wohlbefinden, sondern auch den Erhalt der geistigen Fähigkeiten. Es lohnt sich also, sich möglichst früh über moderne Hörlösungen zu informieren, sobald sich ein Hörverlust zeigt.

1 Hearing Loss and Cognitive Decline in Older Adults (Prof. Frank R. Lin et al., Johns Hopkins Center on Aging and Health, Baltimore, 2013).
2 Hearing well to train your brain (Prof. Frank R. Lin/Prof. E. Sophia Krame, Johns Hopkins University, Baltimore, 2011).
3 Self-Reported Hearing Loss, Hearing Aids and Cognitive Decline in Elderly Adults: A 25-year Study. Published in The American Geriatrics Society, Amieva et al., 2015.