Lärm am Arbeitsplatz

Mindestens eine halbe Million ArbeitnehmerInnen sind in Österreich am Arbeitsplatz regelmässig grossem Lärm ausgesetzt. Sollte diese Belastung über mehrere Jahre konstant anhalten, erkranken die davon Betroffenen häufig an Lärmschwerhörigkeit, Tinnitus, leiden an Schlafstörungen und erhöhtem Stress und Blutdruck.

 

Lärm – oft unterschätzt

Dass auch von Lärm eine Gefahr für die Gesundheit ausgeht wird oft und gern unterschätzt. Oftmans mangelt es bereits vor Ort an den notwendigen Schutzmassnahmen. Rund 700 Personen bekommen jedes Jahr die Diagnose "Lärmschwerhörigkeit" – damit rangiert sie unter den häufigsten Berufskrankheiten. Es besteht also akuter Handlungs- und Aufklärungsbedarf in diesem Bereich.

Gerade aber weil wir uns an Lärm in unserem Alltag gewöhnt haben fällt er uns oft nicht auf – auch, weil der Schaden nicht von einem Tag auf den anderen eintritt sondern schleichend einsetzt. Fest steht aber: Lärm macht krank, und ein einmal geschädigtes Gehör ist irreparabel.

 

Konkrete Schutzmassnahmen – was tun?

Es gibt einen ganzen Katalog von Massnahmen, die ergriffen werden können um das Gehör vor zu viel Lärm am Arbeitsplatz zu schützen:

  • Substitution der Lärmverursacher: Bei Neuanschaffungen und Planung neuer Arbeitsplätze ist auf lärmärmere Alternativen zu achten
  • Technische Schutzmassahmen: Schallschutzelemente implementieren, Dämmungen und Dämpfungen einbauen
  • Organisatorische Massnahmen: Begrenzen der Expositionszeiten
  • Persönliche Schutzmassnahmen: Verwendung passender Schutzausrüstung in gekennzeichneten Bereichen und bei bestimmten Tätigkeiten

 

Was ist Schutzausrüstung?

Schutzausrüstung hat die Aufgabe, das Gehör vor Expositionswerten jenseits der Gefährdungsgrenze zu schützen (80-90 dB). Dabei muss die Schutzausrüstung nicht nur Schutz gegen Lärm bieten, sondern auch praxistauglich und einfach in Arbeitsabläufe zu implementieren sein. Einweg-Ohrstöpsel werden oft falsch angewendet und daher als störend oder unangenehm erlebt. Es bietet sich immer an, entweder eine persönlich angepasste Lösung zu verwenden (Otoplastik), oder gleich einen Kopfhörer, der allerdings vom Tragekomfort her eher für kürzere Episoden zu verwenden ist.

 

Infografik Lärm am Arbeitsplatz