4396 Tinnitus Beratung und Behandlungsmöglichkeiten | Hörberatung.at
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Tinnitus: Wer kann helfen?

Ohrgeräusche verschwinden in den meisten Fällen von alleine wieder. Oft reicht es, sich selbst und seinem Gehör eine kleine Ruhepause zu gönnen. Doch was, wenn das Brummen im Ohr einfach nicht aufhören mag?

Um einen chronischen Tinnitus zu vermeiden, sollten Sie einen Experten aufsuchen, wenn das Ohrgeräusch länger als 24 Stunden anhält: Denn je früher Sie aktiv werden, desto besser sind Ihre Behandlungs- bzw. Heilungschancen. Doch an wen kann man sich wenden, um einen Tinnitus zu bekämpfen? Hilfe finden Sie beim HNO-Arzt sowie beim Hörgeräteakustiker. Je nach Form und Schweregrad des Tinnitus erstellen sie individuelle Behandlungspläne und leiten entsprechende Therapiemassnahmen ein.

Akuter Tinnitus
  • bis 3 Monate
  • sofern er nicht von alleine verschwindet, können mit Medikamenten gute Erfolge erzielt werden
  • Ansprechpartner: HNO-Arzt
Subakuter Tinnitus
  • 3 bis 12 Monate
  • Linderung durch Medikamente und / oder Entspannungsübungen
  • Ansprechpartner: HNO-Arzt und Hörgeräteakustiker
Chronischer Tinnitus
  • über 12 Monate
  • Therapiemassnahmen hängen vom Leidensdruck des Patienten und einem möglichen Hörverlust ab (kompensierter oder dekompensierter Tinnitus)
  • Ansprechpartner: HNO-Arzt und / oder Hörgeräteakustiker

Wie wird ein Tinnitus diagnostiziert?

Ausschlaggebend für Diagnose und Therapie eines Tinnitus ist das erste ausführliche Anamnese-Gespräch mit dem Patienten, bei dem der Hörgeräteakustiker oder HNO-Arzt die genaue Krankengeschichte ermittelt. Dabei werden Ihnen Fragen zu Vorerkrankungen, möglichen Auslösern sowie zum Ohrgeräusch selbst gestellt. Darüber hinaus ist es wichtig abzuklären, wie sehr Sie unter Tinnitus leiden.
Im Anschluss an die Anamnese folgen verschiedene Untersuchungen des Gehörs – darunter ein Hörtest und Gleichgewichtsprüfungen. Unter anderem wird dabei ermittelt, ob es bei Ihnen ein Hörverlust oder eine Erkrankung des Gehörs vorliegen. Danach folgt die eigentliche Tinnitus-Analyse, bei der Lautstärke und Tonhöhe des Tinnitus ermittelt werden. Ziel dabei ist herauszufinden, mit welchen Frequenzen sich das Ohrgeräusch überdecken lässt.

 

Tinnitus-Therapie: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Je nachdem, um welche Form von Ohrgeräuschen es sich handelt, können verschiedene Therapieansätze angewandt werden. Ein akuter Tinnitus (bis 3 Monate) lässt sich gut durch Infusionen (u.a. durchblutungsfördernde Medikamente, Kortison) behandeln bzw. heilen. In den meisten Fällen verschwindet er wieder komplett.
Doch nicht jeder Betroffene wird sein Rauschen im Ohr wieder los. Eine Therapie, die einen chronischen Tinnitus (ab 3 Monate) heilen kann, gibt es zwar noch nicht. Aber ist das kein Grund zum Verzweifeln: Es gibt sehr wirksame Behand 1C6A lungsansätze, die Ihnen helfen, gut mit Ihrem Ohrgeräusch zu leben. Die häufigste Behandlung ist die Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT) – eine der erfolgreichsten Bewältigungsstrategien bei chronischem Tinnitus.

Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT) und ihre Wirksamkeit

  • das Gehirn soll schrittweise lernen, sich an die Ohrgeräusche zu gewöhnen und sie weitestgehend auszublenden (Habituation)
  • die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg der TRT: konsequente und aktive Mitarbeit des Patienten.

Die drei Säulen der TRT:

Säule 1

Information und Beratung:

Um seinen Tinnitus besser zu verstehen, wird der Patient in Einzelgesprächen aufgeklärt. Dadurch werden die Ohrgeräusche greifbarer gemacht und wirken weniger bedrohlich.

Säule 2

Klangtherapie:

Sie lernen, durch die bewusste Konzentration auf angenehme Geräusche (Zimmerbrunnen, Natur-Klänge, Musik, etc.) den Tinnitus in den Hintergrund zu drängen. Die negativ empfundenen Ohrgeräusche sollen durch die positiven Klänge neutralisiert werden.

Säule 3

Steigerung des psychischen und physischen Wohlbefindens:

Gerade für Tinnitus Patienten gilt: Stress meiden und Entspannung fördern. Hierfür gibt es verschiedene Ansätze – von der Verhaltens- und Gesprächstherapie bis hin zum Yoga und Tai Chi –, die jeder Betroffene individuell für sich entdecken und nutzen kann.

Wie funktioniert eine Tinnitus-Therapie mit Hörgeräten?

Moderne Hörgeräte sind wie kleine technische Wunderwerke und können auch bei Ohrgeräuschen vielseitig eigesetzt werden:

  • Tinnitus Noiser: Überträgt Klänge auf das Ohr, um vom Tinnitus abzulenken. Er ist ein wichtiges Instrument der Klangtherapie (Säule 2 der TRT). Optisch ähnelt er einem Hörgerät.
  • Hörgeräte: Etwa 80 Prozent der Tinnitus-Patienten haben auch einem Hörverlust1. Oft haben die Ohrgeräusche genau die Frequenz, die der Betroffene am schlechtesten wahrnimmt. Durch die Anpassung eines Hörgeräts wird die Hörminderung genau in diesem Frequenzbereich ausgeglichen. Die Folge: Das Gehirn nimmt wieder mehr Geräusche von aussen wahr und der Tinnitus wird leiser.
  • Kombigeräte: Diese Hörgeräte mit integriertem Noiser eignen sich für Tinnitus-Patienten mit Hörverlust, bei denen ein Hörgerät alleine keine Linderung mit sich bringt.

Tipps für den Umgang mit einem Tinnitus:

  • Meiden Sie Stress und finden Sie eine Entspannungstechnik, die gut zu Ihnen passt (autogenes Training, Yoga, Tai Chi, etc.)
  • Achten Sie auf Ihre Ernährung! Alkohol, Koffein sowie Salz sollten nur in Massen konsumiert werden
  • Treiben Sie Sport! Körperliche Betätigung fördert den Stressabbau und lenkt von den Ohrgeräuschen ab
  • Schlafen Sie ausreichend! Ausgeschlafen nehmen Sie den Tinnitus anders bzw. weniger intensiv wahr
  • Beschäftigen Sie sich mit Aktivitäten, die Ihnen Spass machen und von den Ohrgeräuschen ablenken
  • Tragen Sie einen Hörschutz, sobald Sie Lärm ausgesetzt sind!

Quelle: Axelsson A., Ringdahl A. (1989). Tinnitus: a study of its prevalence and characteristics. Br J Audiol, 23:53-62

     

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